Die Ursachen des Schielens
Die vielfältigen Ursachen des Schielens sind bis heute nicht umfassend geklärt. Das liegt daran, dass die mit dem Sehen zusammenhängenden komplexen Gehirnvorgänge von der heutigen Medizin immer noch unzureichend erforscht sind.
Erblichkeit
Die Tatsache, daß Schielen in manchen Familien gehäuft auftritt, lässt die Schlussfolgerung zu, daß zumindest die Veranlagung erblich sein kann. Vor allem wenn ein Elternteil schielt oder gegen Schielen behandelt wurde, sollte man beim Kind bereits im ersten Lebensjahr eine entsprechende Augenuntersuchung vornehmen lassen. Häufig bleibt die Fehlstellung in der Familie allerdings ein Einzelfall, von dem Jungen wie Mädchen gleichermaßen betroffen sein können.
Schwangerschafts-/Geburtseinflüsse
Auch können Risikofaktoren, die während der Schwangerschaft oder Geburt auftreten, z.B. Sauerstoffmangel bei der Geburt, Schielen bewirken.
Ursachen am Auge selbst
Oftmals sind die Ursachen am Auge selbst zu suchen. So können z.B. angeborene seitenungleiche Brechungsfehler, einseitige Linsentrübungen, Tumore im Auge oder Verletzungen einen Strabismus bewirken.
Hinweis
Bei angeborenen Ursachen muß die Schielstellung nicht gleich nach der Geburt sichtbar sein. Sie zeigt sich erst in der Lernphase des Sehens, in dem das Kind anfängt Dinge zu fixieren. In manchen Fällen tritt eine "erworbene" Fehlstellung auch plötzlich auf, z.B. bei Kinderkrankheiten, hohem Fieber, nach Unfällen - etwa Gehirnerschütterung, Linsentrübung oder Netzhautablösung - oder aber in schweren seelischen Krisen.


