Die Ursachen des Grünen Stars
Was ist der Augeninnendruck?
Zur Aufrechterhaltung von Form und Funktion benötigt das Auge einen bestimmten Innendruck. Dieser ist das Produkt aus Produktion und Abfluß des sog. Kammerwassers, einer klaren Flüssigkeit, die im Bereich der Aufhängung der natürlichen Linse gebildet wird (Ziliarkörper in der Hinterkammer, vgl. Schema). Dieses Kammerwasser umspült die Linse und fließt in der Vorderkammer des Auges, im sog. Kammerwinkel, wieder ab. Zu- und Abfluß halten sich die Waage.
Der Mittelwert des gemessenen Augeninnendrucks der Allgemeinbevölkerung liegt bei 15,5 mmHg*, die damit definierte Normbereichsgrenze (2 Standardabweichungen) bei 21 mmHg*. Hierbei handelt es sich also um einen rein statistischen Wert und eine willkürliche Festlegung des Normbereichs. Zu niedrige Druckwerte kommen übrigens nur extrem selten vor. (* mmHg = Millimeter-Quecksilbersäule)
Gehöre ich zur Risikogruppe?
Lange Zeit war der grüne Star vorrangig definiert über den „zu hohen Augendruck“, jenseits des Normbereichs. Das gilt so heute nicht mehr. Der individuell zu hohe Augeninnendruck ist jedoch weiterhin ein, wenn nicht der wichtigste Risikofaktor.
Unumstritten ist, dass die Wahrscheinlichkeit einer glaukomatösen Schädigung mit der absoluten Höhe des Augeninnendrucks zunimmt. Tatsache ist auch, dass die Zahl Betroffener in der zweiten Lebenshälfte auf bis zu 5 – 10% jenseits des 65. Lebensjahres steil ansteigt.
So verwundert es nicht, dass mit höherem Lebensalter im Schnitt höhere Augeninnendruckwerte gemessen werden. Weiterhin erhöht ist das Risiko bei positiver Familienanamnese, wenn also z.B. ein Elternteil oder Geschwister an einem Glaukom erkrankt sind, oder bei Kurzsichtigkeit. Ebenfalls eine Rolle spielen Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems, bestimmte Medikamente (z.B. Cortison) und auch andere Erkrankungen des Auges (sog. sekundäre Glaukome).