Die Formen des Grünen Stars
Es sind eine Reihe verschiedener Glaukomeinteilungen bekannt, die gebräuchlichste ist die Unterscheidung von primären und sekundären Glaukomen (sekundär = in Folge einer anderen Augenerkrankung, z.B. Entzündung oder Gefäßverschluß). Bei beiden Gruppen gibt es solche mit offenem Kammerwinkel (sog. Offenwinkelglaukome) und solche mit verlegtem Kammerwinkel (sog. Winkelblockglaukome).
Die bei weitem häufigste Glaukomform in unseren Breiten ist mit ca. 80% der Fälle das primäre Offenwinkelglaukom, also das Vorliegen eines glaukomatösen Sehnerven- und Gesichtsfeldschadens bei erhöhten Augeninnendruckwerten.
Bei bis zu einem Drittel der Patienten lässt sich jedoch, trotz typischer Schädigung, zu keinem Zeitpunkt ein Messwert jenseits von 21 mmHg (statistische Normbereichsgrenze) nachweisen – man spricht dann vom sog. Normaldruckglaukom.
Wie in vorangegangenen Abschnitten erwähnt, ziehen weder zu hohe Meßwerte automatisch eine Schädigung des Sehnerven nach sich, noch sind „normale“ Augeninnendruckwerte individuell immer unschädlich – die Diagnose wird immer in Zusammenschau der Befunde durch den Augenarzt gestellt.
Seltener sind angeborene Glaukomformen (Ursache hier ist eine Fehlbildung) oder der sehr schmerzhafte Glaukomanfall, das sog. akute Winkelblockglaukom mit sehr hohen Augeninnendruckwerten, Übelkeit und Erbrechen.